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Die Geschichte

Der erste Bauabschnitt 2009 vor Life+

Der erste Bauabschnitt der Renaturierungsmaßnahme an der Ems bei Einen, links im Jahr 2007 mit der alten Brücke Westhoff, rechts mit einem Damm im alten Emsverlauf und der neuen Lonn-Brücke

Ein erster Bauabschnitt konnte bereits nach dem Planfeststellungsverfahren 2009 westlich von Einen realisiert werden. Im Zuge der Renaturierungsarbeiten wurde der Verlauf der Ems auf einer Länge von 500 Metern mit Sohlbreiten von 40 bis zu 65 Metern und Einschnittstiefen von rund 3 Metern um etwa 200 Metern nach Süden verlegt. Bei Hochwasserereignissen wird die Aue im Plangebiet zukünftig mehrmals jährlich geflutet. Der alte Geradeauslauf wurde durch einen Zwischendamm versperrt, so dass auch noch ein zweijährliches Hochwasser im Neuverlauf der Ems fließen kann.

Auf einer Länge von 300 Metern sind zwei Altarme mit Buchten und Flachwasserbereichen entstanden. Bei großen Hochwasserabflüssen wird der Zwischendamm überströmt und eine Anhebung von Hochwasserständen außerhalb des Planungsraums ausgeschlossen. Lineare Geländemodellierungen als Verwallung in Randbereichen des Bauabschnitts verhindern, dass Flächen Dritter durch Überflutungen geschädigt werden.

Der gesamte Neuverlauf wurde durch die Anlage von Inseln und die Ausbildung der Böschungen in Prall- und Gleituferbereiche variantenreich gestaltet. Um der Besiedlungsfeindlichkeit des Sandgewässers entgegenzuwirken, wurden Pappeln mit Wurzelteller und Krone als Totholz auftriebsicher in der Ems verankert.

Die Lonn-Brücke

Neben den oben beschriebenen Renaturierungsmaßnahmen wurde als Ersatz für die baufällige „Brücke Westhoff“ eine Flussquerung über den Neuverlauf gebaut.

Die Maßnahmen des Jahres 2009 konnten nicht innerhalb des Life-Projektes realisiert werden, weil der Antrag im ersten Versuch abgelehnt wurde. Die Maßnahmen wurden daher komplett mit Landesmitteln finanziert.



Baumaßnahmen des Life-Projektes

Im Raum Einen wurden die Ems und ihre Aue in den Jahren 2010 bis 2014 unter Einbeziehung des Mündungsbereichs der Hessel renaturiert.



Wesentliches Ziel der Renaturierung dieses Emsabschnitts und der unteren Hessel war das Initiieren einer eigendynamischen Gewässerentwicklung, wodurch die Entwicklung leitbildkonformer Strukturen im Bereich der Gewässer und eine synergetische Verbesserung der Habitatqualität für die FFH-Zielarten und die Qualitätskomponenten der Wasserrahmen-richtlinie erreicht werden sollten.

In 2010 wurden zwei Abschnitte der Planfeststellung westlich und östlich von Einen im Rahmen von Life+ umgesetzt. Im westlichen Bauabschnitt, der flussaufwärts unmittelbar an den renaturierten Bereich aus 2009 anschließt, ist die Initiierung und Entwicklung der Eigendynamik der Ems wesentlicher Bestandteil des Vorhabens. Durch die Anlage von Initialgerinnen kann sich die Ems in diesem Abschnitt durch eigendynamische Prozesse verlagern.

2011 wurden drei Initialgerinne zwischen der Mussenbachmündung und der Emsbrücke in Einen angelegt. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich dort die formende Kraft der Ems an den zahlreichen Uferabbrüchen und abgelegten Sandbänken.

Zusätzlich zu den Renaturierungsmaßnahmen am Flussbett wurde ein Steg über den Altarm Merten errichtet sowie an der Landstraße gegenüber der Aussichtsplattform ein kleiner Parkplatz angelegt.



Im August 2012 wurde schließlich der dritte und damit letzte Bauabschnitt begonnen. Flussaufwärts der neu geschaffenen Sekundäraue am Infopunkt in Einen wurden abschließende Arbeiten an der Ems durchgeführt: Dazu gehörten Laufaufweitung der Ems und Aufweitung der Mündungen von Nebengewässern, Entfesselung der Emsufer, Anschluss eines Altgewässers und Einbau von Totholz. All diese Maßnahmen dienen der Förderung der Ems-eigenen Fließdynamik.

Auch die Hessel wurde - zum Beispiel durch Aufweitung und Strukurierung der Sohle - einem natürlichen Zustand angeglichen. Um die Durchgängigkeit des Flusses für Wasserorganismen wiederherzustellen, wurde außerdem ein Sohlabsturz zu einer sogenannten Sohlgleite umgebaut.

Im Zuge der Baumaßnahmen für das Life+ Projekt konnten zusätzlich 2 Sohlgleiten im Mündungsbereich der Hessel optimiert werden. Im Bereich des "Lienkolk" sorgt ein neuer Steg für die ungehinderte Passage entlang der Ems.

Der erfolgreiche Abschluss der Bauarbeiten am dritten und letzten Bauabschnitt wurde mit einem Ems-auen-Fest am 28.06.2014 gefeiert. Interessierten Bürgern, Anliegern und Behördenvertretern wurden die Renaturierungsmaßnahmen und die Entwicklung von Ems und Hessel vorgestellt. Kinder und Jugendliche konnten sich spielerisch und experimentell mit der Fließgewässerthematik befassen.

Die Renaturierungsmaßnahmen im Überblick

Bauabschnitt 1
Bauabschnitt 2
Bauabschnitt 3

Die Zukunft

Umfangreiches Monitoringprogramm zeigt erste Erfolge

Was die Zukunft bringt, lässt sich am Besten durch persönliche Eindrücke vor Ort erahnen. Um die Auswirkungen der durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen auf die Gewässer- und Auenlebensräume zu erfassen und die Entwicklung des Naturraums dauerhaft zu dokumentieren, wurde und wird das Projekt durch ein umfangreiches Monitoringprogramm begleitet. Dabei werden Veränderungen des Landschaftsbildes durch eine umfangreiche, georeferenzierte Fotodokumentation erfasst. Vermessungen und Echolotung ermöglichen detaillierte Darstellungen von Quer- und Längsprofilen und dokumentieren die hydromorphologischen Veränderungen im Gewässer. Die Bewertung biologischer Parameter wie Vegetation (Pflanzen), Avifauna (Vögel), Amphibien (Frösche), Reptilien (Kriechtiere), Stechimmen (Wildbienen, Wespen und Co), Libellen, Fische und Gewässerorganismen zeigen die Auswirkungen auf die gebiets- und lebensraumtypischen Lebewesen der Gewässer und Auen.

Die Monitoringergebnisse aus den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014 weisen auf eine sehr positive Entwicklung hin (vgl. Infomaterial/Auenpost Nr. 5). Es wurden weitere Daten erfasst, die im Rahmen eines abschließenden Monitoringberichts veröffentlicht wurden (Monitoringbericht)

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Lage des Projektgebiets

Projektleitung

Dr. Hannes Schimmer
Bezirksregierung Münster
Nevinghoff 22
48147 Münster
Fon: 0251/411-5717
Fax: 0251/411-85717

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