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14.02.13 17:31 Alter: 6 Jahre

Tauziehen ums Gewässer

Der Workshop "Tauziehen ums Gewässer" im Feuerwehrgerätehaus in Einen

Das Programm

Exkursion bei Wind und Wetter

Exkursion bei Wind und Wetter - Teil 2

Die Aufgabenstellung

Die Ergebnisse der Gruppenarbeit

Workshop des Life+Projektteams

Das Motto des Workshops deutet es bereits an: Die Ansprüche an unsere Gewässer sind vielfältig und hoch! Sie befinden sich im Widerstreit verschiedener Nutzergruppen aus
Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Freizeit und Erholung oder Naturschutz. Sie prägen die Auenlandschaft, bestimmen den Grundwasserstand in der Aue und sollen gleichzeitig im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen für geordneten Wasserabfluss und somit auch für Hochwasserschutz sorgen.

Um den Informationsaustausch und die Akzeptanz zwischen maßgeblichen Nutzergruppen zu fördern, veranstaltete das Life+Projektteam am 30.01.2013 im Feuerwehrgerätehaus in Einen (Kreis Warendorf) den Workshop mit Vertretern der Wasser- und Bodenverbände des Kreises Warendorf (als Vertreter der Land- und Forstwirtschaft), der Städte Beckum und Drensteinfurt sowie mit den zuständigen Vertretern der Kreisverwaltung Warendorf (Amt für Umweltschutz, Amt für Planung und Naturschutz) und der Bezirksregierung Münster (Höhere Landschaftsbehörde). Die Maßnahmen und ersten Erfolge des Life+Projekts wurden im Rahmen von Exkursionen und Fachvorträgen von Mitarbeitern der im Projektgebiet tätigen Büros sowie von Mitgliedern des Projektteams vorgestellt.

Nach Begrüßung und fachlicher Einstimmung der Teilnehmer mittels Film, Luftbildern und ausgewählten Kartendarstellungen wurde das Projektgebiet (ausgehend vom Initial westlich des Infopunktes bis zur östlichen bzw. nordöstlichen Begrenzung des Projekt- gebiets) in zwei Teilnehmergruppen unter Leitung von Herrn Dr. Schimmer und Herrn Reinhard erkundet. Die Gruppen wurden fachlich begleitet durch wasserbaulich bzw. biologisch orientierte Vertreter der Büros Vollmer und NZO sowie durch die Mitglieder des Projektteams. Bereits während der Exkursion bekundeten die Teilnehmer - trotz extremer Witterungsverhältnisse - großes Interesse an den durchgeführten Renaturierungsmaß- nahmen, insbesondere an technischen Detaillösungen wie auch an der Öffentlichkeits- arbeit.

Im Anschluss an Exkursion und Mittagsimbiss wurden die Erkenntnisse aus der Gelände- begehung in Arbeitsgruppen aufgearbeitet. Dazu konnten sich die Workshopteilnehmer der Arbeitsgruppe "Land- und Forstwirtschaft" oder der Arbeitsgruppe "Gewässerökologie, Naturschutz" zuordnen und jeweils die aus ihrer Sicht positiven und negativen Aspekte der Emsrenaturierung reflektieren und darstellen.

Während der z. T. kontroversen Diskussionen innerhalb und später auch zwischen den Gruppen wurden mit Hilfe der anwesenden Fachreferenten fachliche Kenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht. Die Teilnehmer konnten auf diese Weise wichtige Ideen für ihren eigenen Tätigkeitsbereich sammeln.

Die wesentlichen Aspekte der Diskussion lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Aufgrund der fortschreitenden Tiefenerosion der ausgebauten Ems und der damit einher- gehenden Grundwasserabsenkung bestand Konsens hinsichtlich der Notwendigkeit von Renaturierungsmaßnahmen. Auch die technischen Detaillösungen wurden positiv bewertet und gaben den Teilnehmern offensichtlich wichtige Impulse für ihre künftigen Projekte. Die mit dem Projekt verbundene Öffentlichkeitsarbeit und Besucherlenkung stieß bei beiden Gruppen ebenfalls auf positive Resonanz.

Deutliche Diskrepanzen bestanden hinsichtlich des für die Renaturierung erforderlichen "Flächenverbrauchs". Hier spiegelt sich ein bekanntes, bei allen Gewässerrenaturierungen auftretendes und bislang nur schwer lösbares Problem wider. Während die Vertreter der Land- und Forstwirtschaft den zusätzlichen Flächenverbrauch zu Lasten der Land- und Forstwirtschaft kritisieren, bemängeln die Vertreter der Gewässerökologie und des Naturschutzes explizit die zu geringe Flächenverfügbarkeit. Sie fordern zusätzliche Flächen für eine umfassendere, "ausufernde" Gewässerrenaturierung und Auenentwicklung. Im Plenum wurde der Wunsch nach einer übergreifenden Arbeitsgruppe geäußert, die den Kauf bzw. Tausch von land- und forstwirtschaftlicher Nutzflächen unter Einbeziehung kommunaler und sonstiger Flächen der öffentlichen Hand und unter besonderer Berücksichtigung möglicher Kompensationsflächen überregional organisiert. Diesbezüglich konnte seitens der Bezirksregierung auf den bereits eingeleiteten Versuch im Rahmen eines übergreifenden Flurbereinigungsverfahrens verwiesen werden.

Nach Abschluss der Diskussion stellten die Vertreter der am Projekt beteiligten Büros Vollmer, NZO und NABU unter dem Thema "Was hat´s bisher gebracht?" Ergebnisse der bislang durchgeführten und ausgewerteten Monitoringprogamme vor.

Die dargestellten Monitoringergebnisse, das deutlich zum Ausdruck gebrachte Engagement der beteiligten Fachkräfte sowie der gesamte Verlauf des Workshops und die gute, konstruktive Stimmung veranlassten die Workshopteilnehmer und insbesondere das Life+Projektteam zu einem positiven Resümee.

Das Life+Projektteam bedankt sich bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement, vor allem bei den Vortragenden Herrn Vollmer (Ing. Büro A. Vollmer, Geseke), Herrn Koblitz (NZO GmbH Bielefeld) und Frau Dr. Linnemann (NABU-Naturschutzstation Münster) sowie bei Frau Austermann (Stadt Beckum), Herrn Kirchhoff (Kreis Warendorf) und Herrn Bohn (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband), die als Sprecher ihrer Gruppen die Ergebnisse im Plenum vorgestellt haben.

Sowohl das komplette Programm des Workshops als auch die Arbeitsvorgaben und die in den Arbeitsgruppen erzielten Ergebnisse sind zusammen mit ausgewählten Bildern nachfolgend beigefügt.