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20.11.13 15:19 Alter: 5 Jahre

"Machen Sie mit! Sagen Sie uns Ihre Meinung!"

Verhalten im Naturschutzgebiet

Wegesperre für Reiter (Steg Merten)

Wegeplan Emsaue

Bank in der Nähe des Infopunktes

Ergebnis der Bürgerumfrage zum LIFE+ Projekt in der Emsaue

Im Frühjahr dieses Jahres hatte das LIFE+ Projektteam von der Bezirksregierung Münster die Bürger und Interessierten aus der Umgebung des LIFE+ Projektes an der Ems dazu aufgerufen, ihre Meinung zum Projekt kundzutun. Lesen Sie dazu auch die AuenPost Nr. 6 zum Thema, sowie die Meldungen "Ems-Feedback" und "Die Bürger sind gefragt" unter der Rubrik Aktuelles.

An dieser Stelle möchten wir einige der zahlreichen, weitgehend konstruktiven Kritikpunkte und Wünsche aufgreifen und dazu Stellung nehmen. Es wurden diejenigen ausgewählt, die am häufigsten bei der Umfrage benannt wurden.

Hunde und Reiter: Viele Leute nutzen den Weg entlang der Ems als Spazierweg mit ihren Hunden oder auch als Reitweg. Die Bürger kritisieren, dass freilaufende Hunde Wildtiere stören und sogar jagen, aggressiv gegenüber Spaziergängern sind (ebenso wie manche der Hundehalter) und dass durch die Hunde die Spazierwege verschmutzt werden.
Reiter werden teilweise als rücksichtslos gegenüber den Spaziergängern empfunden und beschädigen die Spazierwege, auf denen das Reiten ohnehin verboten ist. Außerdem stören sie bei Verlassen der Wege ebenfalls die Wildtiere.

Das LIFE+ Projektteam hat zusätzliche Schilder entworfen und aufgestellt, die über die wichtigsten Verhaltensregeln im Naturschutzgebiet informieren (s. Abb.), sowie den Durchgang für Reiter am Steg "Merten" durch eine Wegesperre unterbunden.

Freizeitnutzung: Besonders an Wochenenden und Feiertagen wird die Emsaue verstärkt zum Feiern, Baden und Grillen, teilweise sogar zum Zelten genutzt. Damit verbunden sind meistens Lärm und jede Menge Müll, was sowohl die Tiere und Pflanzen als auch die Menschen stört, die dort wohnen oder Ruhe suchen. Daher werden von manchen Bürgern sogar Kontrollen und gegebenenfalls Verwarngelder gewünscht. Auch das Angeln und Jagen im Naturschutzgebiet Emsaue wird kritisch gesehen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch zwiespältiges Lob für die "schönen Badestrände".

Dem LIFE+ Projektteam ist die Problematik bewusst. Neben vernünftigen Naturnutzern gibt es leider auch immer diejenigen, die keine Rücksicht üben. Wir wünschen uns, dass die Bürger selber mitmachen und ihre Mitmenschen informieren, denn eine komplette Sperrung des Naturschutzgebietes an der Ems möchte keiner. Das erteilen von Verwarngeldern als Konsequenz ist der Bezirksregierung Münster als Projektträger rein rechtlich nicht möglich. Auch fehlt den zuständigen Behörden das Personal für regelmäßige Kontrollen im Gebiet.
Was aber gemacht werden kann: Im Rahmen der Gewässerunterhaltung wird durch die Bezirksregierung Münster regelmäßig der Müll eingesammelt. Darüber hinaus organisieren auch engagierte Einzelpersonen und Vereine Müll-Sammel-Aktionen. Weiterhin wurden die oben genannten Schilder zum Verhalten im Naturschutzgebiet aufgestellt. Nach gemeinsamer Abstimmung stellte außerdem die Stadt Warendorf einen zusätzlichen Mülleimer am Infopunkt auf und leert diesen regelmäßig. Weitere Maßnahmen wünschen wir uns, wenn nötig, von den Menschen, die den Wert "ihrer" Emsaue schon längst erkannt haben.

Wanderwege: Es wurde mehrfach der Wunsch geäußert, zusätzliche Wander- und auch Radwege anzulegen, z. B. Richtung Warendorf oder Richtung Telgte. Auch die barrierefreie Ausstattung der vorhandenen Wege wurde angeregt. Die Beschränkung der Wanderwege auf die Nordseite der Ems und die Sicherung der südlichen Emsaue als Ruhezone für Tiere und Pflanzen wird teilweise kritisch gesehen.

Das LIFE+ Projektteam hat einen Wegeplan mit kleineren und größeren Rundwanderwegen entworfen und an verschiedenen Punkten aufgestellt. Dies sind Wege, die mit den gesetzlichen Regelungen zum Naturschutzgebiet und den Zielen des LIFE+ Projekts im Einklang stehen. Zusätzliche Wege sind nicht mit ebendiesen Zielen vereinbar oder liegen gar nicht im Zuständigkeitsbereich der Bezirks- regierung (Fortführung nach Telgte / Warendorf). Außerdem ist insbesondere der Ems-Hessel-See von besonderer Bedeutung für den Erhalt der Natur und darf - laut Rechtsverordnung - nicht für die Freizeitnutzung erschlossen werden.
Die Querung der Ems im Bereich der Lonnbrücke kann nun auch von der nördlichen Seite aus barrierefrei erreicht werden. Der weitere Ausbau insbesondere des "Wegs" entlang des Emsufers ist nicht möglich, da es sich bei diesem nur um den ehemaligen Gewässer-Unterhaltungs-Streifen handelt, der als Spazierweg erhalten wird.

Information: Viele Nutzer der Emsaue wünschen sich mehr Informationen durch Schilder oder Führungen.

Das LIFE+ Projektteam hat Schilder zum Verhalten im Naturschutzgebiet aufgestellt (s. o.). Es werden außerdem noch einige weitere Infotafeln zu verschiedenen fachlichen Themen entworfen und aufgestellt. Die Führungen durch das LIFE+ Projektteam werden bis zum Ende der Projektlaufzeit (Ende 2014) fortgeführt. Danach freuen wir uns, wenn diese Aufgabe von engagierten ortskundigen Bürgern übernommen wird.

Bänke: Es wurde der Wunsch nach zusätzlichen Bänken geäußert.

Das LIFE+ Projektteam hat diesem bereits entsprochen. In der ortsnahen Emsaue (Nähe Infopunkt) wurden zwei Bänke mit Ausblick auf die Ems aufgestellt. Das Ergebnis eines Abstimmungsgesprächs zwischen Bezirksregierung Münster, Unterer Landschaftsbehörde, Dorfmarketing Einen-Müssingen, Heimat- und Angelverein war, dass keine weitere "Möblierung der Landschaft" im Projektgebiet stattfinden soll.

Kosten: Einige Bürger bemängelten, dass für dieses Projekt zu viel Geld ausgegeben wurde, welches an anderer Stelle besser aufgehoben wäre.

Das LIFE+ Projektteam möchte dazu deutlich machen, dass es sich um Finanzmittel der Europäischen Union (50 %) und des Landes Nordrhein-Westfalen (50 %) handelt, die speziell für Projekte zum Schutz der Natur bzw. für Gewässermaßnahmen vorgesehen sind. Es war daher zum großen Vorteil für die Region, die Gemeinschaftsgelder der EU durch dieses Projekt wieder "zurückzuholen".

Wenn Sie Fragen oder weitere Anmerkungen zur der Umfrage oder unserem Projekt im Allgemeinen haben, können Sie sich gerne in unser Gästebuch eintragen oder uns unter life(at)brms.nrw.de kontaktieren. Wir würden uns freuen, auch weiterhin von Ihnen zu hören!