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19.08.14 17:16 Alter: 4 Jahre

Herzlich Willkommen an der Ems

Knoblauchkröten werden angesiedelt - eine Win-win-Aktion zweier Life+ Projekte

Am 19.08.2014 konnten 210 junge Knoblauchkröten auf einer extensiv beweideten Rinderweide im Projektgebiet an der Ems bzw. Hessel frei gelassen werden. Beteiligt waren die Projektmitarbeiter zweier Life+ Projekte. Bei dauerhaft erfolgreicher Ansiedlung der Knoblauchkröten profitieren mit den Kröten auch die Life+ Projekte "Schutz der Knoblauchkröte" und "Ems bei Einen" von dieser Aktion.

Die ausgesetzten Tiere kommen aus dem LIFE+ Artenschutzprojekt der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Dieses Projekt zum "Schutz der Knoblauchkröte" wurde von der Naturschutzstation in Kooperation mit dem LANUV und den Kreisen Warendorf und Borken über einen Zeitraum von 01.10.2012 bis 31.12.2016 entwickelt, um dem Aussterben dieser bedrohten Amphibienart entgegen zu wirken. Von den 210 angesiedelten Tieren stammen 160 von Zuchttieren aus der Fürstenkuhle (Gescher, Kreis Borken) und 50 von Zuchttieren mit Ursprung Torfvenn (Kreis Warendorf).

Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ist ein Froschlurch der Gattung der Europäischen Schaufelkröten (Pelobates). Sie gehört in Nordrhein-Westfalen und im Naturraum des "Westfälischen Tieflandes" zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Abgesehen von der Laichzeit sind die erwachsenen Kröten Bodenbewohner, die Landschaften mit lockeren, sandigen Böden bevorzugen. Tagsüber graben sie sich in die lockeren Böden ein und erst mit anbrechender Dämmerung gehen sie an der Oberfläche auf Nahrungssuche. Insbesondere Insekten wie Käfer oder Heuschrecken gehören zur bevorzugten Beute. In den Wintermonaten ziehen sich die Tiere in tiefere Bodenschichten zurück. Sie verbringen viele Monate ihres Lebens unterhalb der Frostgrenze im Erdreich.

Die sandigen, weitgehend naturbelassenen und wenig beanspruchten Böden an der Ems und Hessel, deren Grasnarbe durch die Weidetiere stellenweise aufgerissen wird, und die z. T. neu angelegten Stillgewässer in der Aue, bieten die geeigneten Bedingungen zum Überleben dieser seltenen Amphibien.