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26.08.13 09:09 Alter: 5 Jahre

Bagger adé

Lonnbrücke (2009, vor LIFE+)

Die Ems von der Lonnbrücke bis nach Einen

Laufverlängerungen an der Mussenbachmündung

Laufverlängerung / Initialgerinne

Sekundäraue in Einen

Baustelle 2012/13: Flutmulde und Bettaufweitung

Sohlgleiten und Hesselrenaturierung (Hessel im Bild von rechts nach links fließend)

Sohlgleite in der Hessel

Die Bauarbeiten im LIFE+ Projekt Ems bei Einen sind beendet

Drei Jahre nach dem ersten "Spatenstich" an der Ems bei Einen wurden die Bauarbeiten nun erfolgreich abgeschlossen.

In dieser Zeit hat sich viel getan und die Ems hat ihr Gesicht vielfach gewandelt:
Angefangen hat es ganz im Westen des Life-Projektgebiets an der Mussenbachmündung, wo die ersten Laufverlängerungen angelegt und der Altarm Merten an die Ems angeschlossen wurden. Schon dort zeigte die Ems ihren ganz eigenen Willen (Stichwort: Eigendynamik), indem sie eine der Laufverlängerungen nicht annahm. Diese entwickelt sich nun zu einem wunderbaren Auenstandort.
Weiter flussauf wurden drei weitere, noch um einiges größere Laufverlängerungen initiiert (sog. Initialgerinne). Mit dem Bagger wurden große Flußschleifen ausgehoben und an den Hauptlauf angeschlossen. Der Erfolg dieser Maßnahmen erstaunte selbst die Planer: Schon nach kürzester Zeit konnte die neu angestossene, eigendynamische Entwicklung der Ems anhand der vielfältigen neuen Strukturen beobachtet werden. Es entstanden und entstehen auch weiterhin Sandbänke, Uferabbrüche und Auskolkungen. Dabei bleibt nichts starr bestehen, es ist alles kontinuierlich "im Fluss".
Unmittelbar an der Einener Straßenbrücke wurde eine neue Aue ("Sekundäraue") geschaffen - mit Fußwegen, so dass man in die Aue hineingehen und ihre Entwicklung hautnah erleben kann.
Noch weiter den Fluss hinauf - dies ist der als letztes abgeschlossene Bauabschnitt - wurden der Lienkolk und der Neuwarendorfer Bach wieder offen an die Ems angeschlossen, das Flussbett verbreitert und eine Flutmulde angelegt. So kann die Ems bei Hochwasser leichter in die Grünlandflächen einströmen.
Im Bereich der Mündung der Hessel in die Ems wurden zwei Sohlgleiten für die Passage von Fischen und anderen Wasserorganismen optimiert. Außerdem wurde die Hessel auf etwa einem Kilometer verbreitert und - so wie auch an vielen Stellen der Ems - Totholz in den Flusslauf eingebaut. Dadurch entstehen vielfältige Strukturen und unterschiedliche Strömungsverhältnisse, so dass sich Lebensräume für die verschiedensten Tiere und Pflanzen entwickeln.
Zu guter Letzt wurde in der Hessel noch ein Sohlabsturz in eine durchgängige Sohlgleite umgebaut.

Nun sind die Bauarbeiten ganz nach Zeitplan beendet und die Ems darf alleine weitermachen, was durch das Projekt für sie begonnen wurde: Ihr Bett und ihre Aue eigendynamisch entwickeln!

Das LIFE+ Projekt läuft noch bis Ende 2014. In dieser Zeit wird zwar nicht mehr vor Ort "gebaut", aber es gibt noch viel zu tun: Führungen durch das Gebiet, Workshops, Berichte an die EU, Bepflanzung der Aue und das Monitoring (die naturschutzfachliche Bewertung der Auswirkungen der Maßnahmen)... Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt an Aufgaben, die bis zum Ende des Projekts noch anstehen.

 

Die Luftbilder wurden der Bezirksregierung Münster freundlicherweise von Herrn Kristian Mantel (NABU-Naturschutzstation Münsterland) zur Verfügung gestellt. Sie entstanden im Juli 2013  bei einem Flug mit einem Ultraleichtflugzeug  in ca. 160 m Höhe.